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Influenza-Diagnostik

Erkennung – Labordiagnostik – Therapie

Mit der vorliegenden Laborinformation möchten wir Ihnen die aktuelle Vorgehensweise zur Erregerdiagnostik und Präanalytik in komprimierter Form zur Verfügung stellen.

Erreger

Influenza A-Virus (H3N2, H1N1) und

Influenza B-Virus  

Erregerzirkulation

November bis März (kalte Jahreszeit auf der Nordhalbkugel)

 

„Neue“ Varianten (Antigenshift) auch außerhalb der Saison

Gefährdete Personen

Kleinkinder und ältere Menschen

 

Menschen mit chronische Erkrankungen: Atmungsorgane, Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes u. a. Stoffwechselkrankheiten

 

Menschen mit Immundefekten

Klinische Symptomatik

  • akut hohes Fieber
  • akut schweres Krankheitsgefühl
  • Rötung und Reizung des Rachens (Pharyngitis) und der Luftröhre (Tracheitis)
  • Husten, Schnupfen
  • Kopf- und Gliederschmerzen

Komplikationen

  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • bakterielle Superinfektion
  • Myokarditis
  • postgrippale Asthenie

Wichtige Differentialdiagnosen

  • Enterovirusinfektionen („Sommergrippe“)
  • RSV (vor allem Kleinkinder)
  • „Erkältung“(„common cold“; z. B. durch Rhinoviren, Adenoviren, Parainfluenzaviren, Coronaviren, Humanes Metapneumovirus u. a.)
  • Tropenkrankheiten (Reiserückkehrer: Malaria, Dengue und Chikungunya)

Labordiagnostik im IMD

Direkter Erregernachweis

Real-time (RT)-PCR aus Abstrichen zum schnellen Nachweis von Influenza A und B.

 

Indirekter Erregernachweis

Die serologische Diagnostik eignet sich nicht für die Frühdiagnostik, da der Nachweis spezifischer Antikörper aus Serum frühestens ab dem 5. Krankheitstag gelingt und eine klare Diagnose nur durch einen signifikanten Titeranstieg gestützt werden kann.

Der indirekte Erregernachweis wird nur empfohlen bei differentialdiagnostischen und epidemiologischen Fragestellungen.

Organisation der Diagnostik

Bearbeitung

innerhalb der Saison

  • Abarbeitung Montag - Samstag
  • Das Ergebnis erhalten Sie bis etwa 12:00 Uhr am Folgetag.

außerhalb der Saison

  • Abarbeitung Montag - Freitag

Untersuchungsmaterial

2 Abstriche (= ein Auftrag/Barcode)

  • 1 Nasenabstrich links oder rechts (bzw. kombiniert, links und rechts)
  • 1 Rachenabstrich

Bei anderen Materialien fragen Sie bitte erst im Labor nach, ob dieses Material für diese Fragestellung geeignet ist.

Entnahme

trockene Abstrichtupfer OHNE Medium (keine bakteriologischen Abstrichtupfer)

Abstrichtupfer (trocken)

  • Nach Probenentnahme den Abstrichtupfer in das Probenröhrchen überführen. Röhrchen mit Namen und Vornamen des Patienten sowie mit Entnahmedatum und -stelle beschriften.

Auftrag

  • Überweisungsschein  mit dem Auftrag "Influenzavirus-Direktnachweis" oder "Influenza-PCR"

  • bei KV-Aufträgen gilt die Ausnahmekennziffer 32006

Lagerung und Transport

  • Zwischenlagerung bei 4 - 8 °C (Kühlschrank)
  • Abstrich-Bestecke in einer separaten Labortüte an unseren Kurierfahrer übergeben

Befundübermittlung

Positive Befunde werden Ihnen vorab telefonisch mitgeteilt (alternativ per Fax, falls wir Sie nicht erreichen).

Negative Befunde werden vorab per Fax übermittelt.

Therapie

Für eine therapeutische Entscheidung (Relenza®, Tamiflu®) ist eine Influenza-Diagnostik nur dann relevant, wenn das Ergebnis innerhalb kurzer Zeit zur Verfügung steht, da eine antivirale Therapie innerhalb von 2 bis 3 Tagen nach Einsetzen der Symptome beginnen muss.

Meldepflicht

Für die saisonale Influenza besteht keine Arztmeldepflicht (§6 IfSG), ausgenommen ist der begründete Verdacht auf aviäre Influenza (§1 AIMPV).

Entsprechend der Labormeldepflicht (§7 IfSG) werden alle positiven Direktnachweise namentlich an das Gesundheitsamt übermittelt.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Internetseite des RKI.

 

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

 

Dr. med. Dirk Bandt

Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie

 

Dr. rer. nat. Nico Pietack

Diplom-Biologe

 

 

Stand: Januar 2016

 

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