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Individuelles Thrombose-Risiko

Thrombose
 
Was ist eine Thrombose?

Die Thrombose ist die lokale Verstopfung eines venösen Blutgefäßes durch Blutgerinnsel. Am häufigsten sind Unterschenkel- und Oberschenkelvenen betroffen, seltener auch Gefäße im Gehirn, am Herzen oder im Darm.

Wenn sich das Blutgerinnsel plötzlich aus der verstopften Vene ablöst, kann es durch den Blutkreislauf in die Schlagadern (Arterien) der Lunge verschleppt werden. Über diesen Mechanismus entsteht eine sogenannte Lungenembolie, bei der wichtige Arterien der Lunge verstopft werden. Die Lungenembolie ist die gefährlichste Komplikation einer Thrombose.
Thrombosen treten gehäuft jenseits des 40. Lebensjahres auf, wobei Frauen öfter betroffen sind als Männer. Aber auch bei jüngeren Menschen können beim Vorliegen bestimmter Risikofaktoren Thrombosen entstehen.

Wie häufig sind Thrombosen? 
In Deutschland erleiden jährlich etwa 400.000 Menschen eine Thrombose, ca. 40.000 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen einer Lungenembolie!

Wie entstehen Thrombosen? 
Thrombosen entstehen aus dem vielschichtigen Zusammenspiel von allgemeinen und speziellen Thrombose-Risikofaktoren.

Allgemeine Thrombose-Risikofaktoren sind unter anderem:

  • Alter über 40 Jahre,
  • Übergewicht,
  • Rauchen,
  • Bewegungsmangel,
  • Vorhandensein von Krampfadern,
  • Tumorleiden,
  • Einnahme von Verhütungsmitteln,
  • Störungen im Fettstoffwechsel,
  • Durchblutungsveränderungen während der Schwangerschaft.


Langes Sitzen mit angewinkelten Beinen, z. B. beim Langstreckenflug, oder langdauernde chirurgische Operationen erhöhen das Risiko. Bitte beachtenn Sie, dass beim Vorliegen von mehreren der oben genannten Faktoren Ihr allgemeines Risiko steigt!

Spezielle Thrombose-Risikofaktoren sind angeborene (genetisch vorbestimmte) und im Verlauf des Lebens erworbene Störungen der Blutgerinnung. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Fehler im Erbgut, sogenannte "Mutationen" (z. B. Mutationen der Gerinnungsfaktoren II oder V),
  • Mangel an wichtigen Proteinen (Eiweißen) des komplizierten Gerinnungssystems (z. B. Antithrombin III, Protein C, Protein S),
  • Vorhandensein von krankhaft erworbenen Hemmkörpern der Blutgerinnung (z. B. "Autoantikörper" gegen wichtige Proteine des Gerinnungssystems, das sogenannte "Lupus-Antikoagulans"),
  • die krankhafte Erhöhung von Homocystein, einem Zwischenprodukt im Aminosäurestoffwechsel.


Patienten mit nachgewiesenen speziellen Thrombose-Risikofaktoren haben gegenüber der Normalbevölkerung ein bis zu 30-fach erhöhtes Risiko, eine Thrombose zu erleiden!

Ein Beispiel 
Während einer Schwangerschaft erleidet durchschnittlich eine von 1.500 Frauen eine Thrombose (Risiko 1:1.500). Bei Schwangeren mit einer Mutation im Faktor V-Gen und im Faktor II-Gen (zwei der häufigsten angeborenen Thrombose-Risikofaktoren) ändert sich die Wahrscheinlichkeit jedoch bereits auf 1:20!

Wie können Sie sich schützen? 
Eine Thrombose kann jedoch jeden von uns treffen! Sie sollten deshalb 

  • insbesondere beim Vorliegen von allgemeinen Risikofaktoren
    und/oder  
  • beim Auftreten von Thrombosen oder Embolien in Ihrer nahen Verwandtschaft, 
  • vor der Erstverordnung von Hormonpräparaten (beispielsweise Verhütungsmittel!), 
  • vor einer geplanten Schwangerschaft, 
  • vor Langstreckenflügen, 
  • vor geplanten langdauernden Operationen


die Untersuchung auf spezielle Thrombose-Risikofaktoren durchführen lassen
. Ihr Arzt kann dann aus der komplexen Beurteilung Ihrer persönlichen Risikofaktoren unter Einbeziehung der Laborbefunde eine Aussage zu Ihrem individuellen Risiko treffen und mit Ihnen eine Vorbeugestrategie entwickeln.

Sollten Sie dieses Angebot wahrnehmen wollen, so wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder die Arzthelferin.


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