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Neuartiges Coronavirus (2019-nCoV)

Informationen zur Diagnostik

Seit Dezember 2019 werden international Fälle von Atemwegserkrankungen durch ein neuartiges Coronavirus („2019-nCoV“) beobachtet.

Umgang mit Patienten mit respiratorischen Symptomen

Personen mit respiratorischen Symptomen, die sich nicht im 2019-nCoV-Risikogebiet (z. B. in Wuhan, China) aufgehalten haben und auch keinen Kontakt zu einem bestätigten 2019-nCoV-Fall hatten, sollten zunächst mittels Erregerdirektnachweis (PCR) auf andere relevante respiratorische Erreger untersucht werden: Influenza-, Entero- und RS-Viren,
Chlamydia pneumoniae, Mycoplasma pneumoniae.

Wer soll auf 2019-nCoV untersucht werden?

Eine spezifische Untersuchung auf das neuartige Coronavirus ist nur sinnvoll bei:
  • Personen mit klinischem oder radiologischem Hinweis auf akute Infektion der unteren Atemwege (z. B. Pneumonie oder Akutes Atemnotsyndrom) und Aufenthalt im Risikogebiet (z. B. in Wuhan, China) bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn.
  • Personen mit respiratorischen Symptomen von beliebiger Schwere, die Kontakt zu einem bestätigten 2019-nCoV-Fall bis max. 14 Tage vor
    Erkrankungsbeginn hatten.


Meldepflicht

Wird bei einem Patienten der Verdacht auf eine Erkrankung mit 2019-nCoV gestellt, muss der Arzt dies dem zuständigen Gesundheitsamt unverzüglich melden.

Labordiagnostischer Nachweis

Für eine labordiagnostische Abklärung des Verdachts auf eine Infektion mit dem 2019-nCoV stehen derzeit noch keine kommerziellen Tests zur Verfügung. Der direkte Nachweis von 2019-nCoV mittels RT-PCR erfolgt gegenwärtig ausschließlich im Konsiliarlabor für Coronaviren (Institut für Virologie der Charité Berlin). Aufgrund der Vielzahl an respiratorischen Erkrankungen werden im Konsiliarlabor nur Proben von Personen untersucht, die die oben genannten klinischen und anamnestischen Voraussetzungen erfüllen.
Ein serologischer Nachweis von Antikörpern gegen das neuartige Coronavirus ist aktuell nicht verfügbar.

Untersuchungsmaterial

Für den direkten Erregernachweis von 2019-nCoV werden Proben parallel aus den oberen (Naso-/ Oropharynx-Abstrich) und den tiefen Atemwegen (Sputum/BAL/Trachealsekret) benötigt. Bei Abstrichen ist zu beachten, dass für den Virusnachweis geeignete Tupfer verwendet werden (trockener Abstrich, keine Agar-Tupfer). Die entsprechenden Abnahmesysteme (z. B. Tupfer für Influenza- und Pertussis-PCR, Sputumröhrchen) können im Labor angefordert werden.

Weitere Informationen zum neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) finden Sie unter www.rki.de/ncov.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Dr. med. Frank Berthold
Dr. rer. nat. Nico Pietack
Dr. rer. nat. Antje Kröber






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