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Schwangerschaftsdiabetes

Was ist Schwangerschaftsdiabetes?

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist eine Form der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), die während der Schwangerschaft entsteht und nach der Geburt des Kindes meist wieder verschwindet. Sie zählt zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen. Derzeit wird bei circa 4 % aller untersuchten Schwangeren ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt. 

Wie entsteht ein Schwangerschaftsdiabetes?

Während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Insulin. Insulin, ein in der Bauchspeicheldrüse produziertes Hormon, hat die Aufgabe, den  Blutzucker zu senken. Kann die Schwangere den erhöhten Bedarf an Insulin nicht decken und sinkt der Blutzuckerspiegel daher nicht  ausreichend, entwickelt sich ein Schwangerschaftsdiabetes.

Welche Risiken birgt ein Schwangerschaftsdiabetes?

Ein Schwangerschaftsdiabetes kann sowohl für die Mutter, als auch für das Kind, gesundheitsschädigend sein.
Risiken für die Mutter
  • gehäufte Harnwegsinfektionen
  • Entwicklung eines bleibenden Diabetes
  • Schwangerschaftsbluthochdruck (RR ≥ 140/90 mmHg)
  • geburtshilfliche Komplikationen (übergewichtige Kinder)

  • Risiken für das Kind
  • Atemstörungen
  • übergewichtige, aber unreife Neugeborene
  • gestörte Glukosetoleranz oder Diabetes


Wer sollte sich untersuchen lassen?

Grundsätzlich sollte jede Schwangere zwischen der 24. und 27. SSW untersucht werden. Schwangere mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftsdiabetes sollten sich bereits in der Frühschwangerschaft von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt beraten und untersuchen lassen.

Beispiele für Risikofaktoren
  • Diabetes in der Familie
  • Übergewicht vor der Schwangerschaft
  • Gestationsdiabetes in einer vorherigen Schwangerschaft
  • nach Geburt eines Kindes > 4500 g
  • höheres Alter
 

Wie stellt man die Diagnose "Schwangerschaftsdiabetes"?

Für eine sichere Diagnosestellung muss ein Zuckerbelastungstest in Form eines oralen Glukosetoleranztestes (oGTT) durchgeführt werden. Hierbei wird zwischen dem einfachen Suchtest (50 g oGTT) und dem Bestätigungstest (75 g oGTT) unterschieden.
 

 Wie sollten Sie sich vor dem Test verhalten?

  • Behalten Sie Ihre individuellen Ess- und Trinkgewohnheiten bei.
  • Vermeiden Sie außergewöhnliche körperliche Belastungen. 
  • Während des Tests sollten Sie sitzen (nicht liegen oder laufen). 
  • Rauchen vor und während dieser Teste kann zu falschen Messergebnissen führen.

Suchtest (50 g oGTT)
Vorbereitung
Tageszeit

unabhängig

Nahrungsaufnahme

unabhängig
Ablauf
Blutzuckerbestimmung (nüchtern)

nein

Trinken einer Glukoselösung

50 g Glukose

Blutzuckerbestimmung

nach 1 Std.
Bestätigungstest (75 g oGTT)
Vorbereitung
Tageszeit

morgens

Nahrungsaufnahme

mind. 8 Std. Verzicht
Ablauf
Blutzuckerbestimmung (nüchtern)

ja

Trinken einer Glukoselösung

75 g Glukose

Blutzuckerbestimmung

nach 1 Std. und 2 Std.

Fazit

Nur durch eine frühe und sichere Diagnose kann ein Gestationsdiabetes ausgeschlossen oder bestätigt werden. Durch die rechtzeitige Einleitung einer Therapie kann die Schädigung von Mutter und Kind vermieden werden.

Diese kurze Information kann die ärztliche Beratung keinesfalls ersetzen. Bitte lassen Sie sich von Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten.
 

Was kostet diese Untersuchung?

Seit März 2012 werden die Kosten für den Blutzucker-Suchtest zur Früherkennung eines Schwangerschaftsdiabetes von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dies gilt auch für den gegebenenfalls im Anschluss durchgeführten Bestätigungstest.





 


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