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Zytomegalie in der Schwangerschaft

Was ist Zytomegalie (CMV-Infektion)?

Das humane Zytomegalievirus (CMV) gehört zur Familie der Herpesviren und ist weltweit verbreitet. Viele Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens, meist ohne es zu bemerken. In Deutschland hat etwa die Hälfte aller Frauen im gebärfähigen Alter bereits eine CMV-Infektion durchgemacht. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus lebenslang im Körper (latente Infektion) und das Immunsystem entwickelt einen gewissen Schutz vor einer erneuten Ansteckung. In seltenen Fällen kann das Virus jedoch später wieder aktiv werden, vor allem wenn das Immunsystem geschwächt ist.

Welche Folgen kann eine CMV-Infektion in der Schwangerschaft haben?

Zytomegalie ist die häufigste Virusinfektion, die während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind übertragen werden kann. Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft verläuft bei der Mutter meist mild oder unbemerkt, kann jedoch für das Kind Folgen haben. Das Risiko einer Übertragung auf das Kind ist stark vom Zeitpunkt der Infektion abhängig:

  • Im ersten Schwangerschaftsdrittel wird das Virus seltener übertragen. Kommt es dennoch zu einer Ansteckung, können die Folgen jedoch schwerwiegender sein – z. B. Fehlbildungen oder spätere Hör- oder Sehschäden sowie körperliche oder geistige Entwicklungsstörungen.
  • Im dritten Schwangerschaftsdrittel steigt die Übertragungsrate deutlich an. Bleibende Schäden sind jedoch seltener, da das Immunsystem des ungeborenen Kindes dann weiterentwickelt ist.

Eine Reaktivierung der latenten CMV-Infektion ist in der Schwangerschaft selten und führt nur in Ausnahmefällen zu einer Schädigung des Kindes.

Gut zu wissen:
Nicht jede Übertragung führt zu gesundheitlichen Problemen. Viele Kinder kommen trotz CMV-Infektion gesund zur Welt. Eine frühe Aufklärung und gezielte Blutuntersuchungen während der Schwangerschaft können helfen, das Infektionsrisiko zu verringern.

Wie erfolgt die Ansteckung?

CMV wird von Mensch zu Mensch durch engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, besonders durch Speichel, Urin, Tränenflüssigkeit, Muttermilch, Blut und sexuelle Kontakte. Ein erhöhtes Risiko besteht im Umgang mit Kleinkindern (z. B. im familiären oder beruflichen Umfeld), da sie das Virus häufig über längere Zeit ausscheiden – oft ohne Symptome.

Welche Symptome können auftreten?

Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine CMV‑Infektion meist unauffällig. Wenn Beschwerden auftreten, ähneln sie oft einem leichten grippalen Infekt: Abgeschlagenheit, Fieber, Husten, Muskelschmerzen oder geschwollene Lymphknoten.

Wie kann ich mich schützen?

Eine Impfung gegen CMV gibt es derzeit nicht.
Hygienemaßnahmen können helfen, das Übertragungsrisiko deutlich zu reduzieren:

  • gründliches Händewaschen mit Seife nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten, z. B. Speichel oder Urin von Kleinkindern
  • kein Küssen von Kindern auf den Mund
  • kein gemeinsames Nutzen von Besteck, Gläsern oder Zahnbürsten
  • benutzte Schnuller von Geschwisterkindern nicht in den eigenen Mund nehmen
  • direkten Speichelkontakt vermeiden

Wann ist eine Blutuntersuchung sinnvoll?

Am besten wird schon bei Frauen mit Kinderwunsch geprüft, ob Antikörper gegen CMV vorhanden sind. Wenn die Schwangerschaft bereits besteht, sollte die Untersuchung möglichst früh nachgeholt werden (idealerweise bis zur 8. Schwangerschaftswoche).

Hinweis:
Die CMV‑Antikörperuntersuchung gehört nicht zur regulären Mutterschaftsvorsorge und wird als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten. Nur bei ärztlichem Verdacht auf eine aktive CMV-Infektion übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Untersuchung.

Wie erfolgt die Behandlung?

Wird eine CMV-Erstinfektion in der Schwangerschaft festgestellt, erfolgt die weitere Betreuung individuell. Regelmäßige Ultraschalluntersuchungen begleiten den Verlauf und helfen, die Entwicklung des ungeborenen Kindes zu beobachten. Beschwerden bei der Schwangeren können symptomatisch behandelt werden. Nach der Geburt wird das Neugeborene engmaschig überwacht, um mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Zu weiteren Fragen wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie gern beraten.



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