Befundauskunft: 0335 5581-100

Influenza


Erkennung, Labordiagnostik, Therapie

Mit der vorliegenden Laborinformation stellen wir Ihnen die aktuelle Vorgehensweise zur Erregerdiagnostik und Präanalytik in komprimierter Form zur Verfügung.

Erreger

  • Influenza A-Virus (z. B. H3N2, H1N1)
  • Influenza B-Virus


Erregerzirkulation

  • November bis März (kalte Jahreszeit auf der Nordhalbkugel)
  • „neue“ Varianten (Antigenshift) auch außerhalb der Saison


Gefährdete Personen

  • Kleinkinder
  • Schwangere
  • ältere Menschen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen: Atemwegserkrankungen, Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes u. a. Stoffwechselkrankheiten
  • Menschen mit Immundefekten


Klinische Symptomatik

  • akut hohes Fieber
  • akut schweres Krankheitsgefühl
  • Pharyngitis
  • Tracheitis
  • Husten, Schnupfen
  • Kopf- und Gliederschmerzen


Komplikationen

  • Lungenentzündung
  • bakterielle Superinfektion
  • Myokarditis
  • postgrippale Asthenie


Wichtige Differenzialdiagnosen

  • RSV-Infektion
  • „Erkältung“ („common cold”; z. B. durch Rhino-viren, Adenoviren, Parainfluenzaviren, Enteroviren u. a.)
  • Tropenkrankheiten (Reiserückkehrer: Malaria, Dengue und Chikungunya)


Labordiagnostik im IMD Labor Oderland 


Direkter Erregernachweis = Methode der Wahl

  • Real-time-PCR aus Abstrichen zum schnellen Nachweis der Influenza Viren A und B


Indirekter Erregernachweis (Antikörper) 

  • empfohlen für differenzialdiagnostische und epidemiologische Fragestellungen
  • Nicht geeignet für Frühdiagnostik; Nachweis spezifischer Antikörper aus Serum gelingt frühestens nach einer Woche nach Krankheitsbeginn. Eine klare Diagnose kann nur durch einen signifikanten Titeranstieg gestützt werden.


Organisation der Diagnostik

  • Bearbeitung von Montag bis Freitag
  • Ergebnis bis etwa 12 Uhr des Folgetages
  • HINWEIS: Zu Influenzaspitzenzeiten (orientiert an der RKI Arbeitsgruppe für Influenza) Abarbeitung von Montag bis Samstag


Untersuchungsmaterial

2 ABSTRICHE (= ein Auftrag / Barcode)
  • 1 Nasenabstrich links oder rechts (bzw. kombiniert: links und rechts)
  • 1 Rachenabstrich
HINWEIS: Verwendung anderer Materialien bitte nur nach Absprache mit dem Labor.


Entnahme

  • trockene Abstrichtupfer OHNE Medium
  • Bestellnummer: 552C
  • (keine bakteriologischen Abstrichtupfer)
  • 2 ABSTRICHTUPFER (trocken)
  • nach Probengewinnung Abstrichtupfer in
  • Probenröhrchen überführen
  • Röhrchen mit Namen und Vornamen des Patienten sowie mit Entnahmedatum und -ort beschriften


Auftrag

  • Überweisungsschein mit Auftrag "Influenzavirus-Direktnachweis" oder „Influenza-PCR“
  • bei KV-Aufträgen gilt die Ausnahmekennziffer 32006


Lagerung und Transport

  • Zwischenlagerung bei 4 - 8 °C (Kühlschrank)
  • Abstrich-Bestecke in separater Labortüte an unseren Kurierfahrer übergeben


Befundübermittlung

Positive Befunde teilen wir vorab telefonisch mit (alternativ per Fax, falls wir Sie nicht erreichen).


Therapie

Für eine therapeutische Entscheidung (Neuraminidasehemmer) ist eine Influenza-Diagnostik relevant, wenn das Ergebnis innerhalb von zwei Tagen nach Krankheitsbeginn zur Verfügung steht.


Meldepflicht

Für saisonale Influenza besteht keine Arztmeldepflicht (§ 6 IfSG); ausgenommen ist der begründete Verdacht auf zoonotische Influenza (§ 1 IfSG-Meldepflicht-Anpassungsverordnung). Entsprechend der Labormeldepflicht (§ 7 IfSG) übermitteln wir alle positiven Direktnachweise namentlich an das Gesundheitsamt.
 
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Internetseite des RKI.



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