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Laktoseintoleranz

Reizdarm, Durchfall, Völlegefühl?

Wenn Milchprodukte krank machen

Jeder siebte Erwachsene in Deutschland bekommt nach dem Verzehr von milchzuckerhaltigen Nahrungsmitteln Verdauungsprobleme. Ursache dafür ist ein Mangel des Verdauungsenzyms Laktase. Man spricht von einer so genannten Laktoseintoleranz.

Was ist Laktoseintoleranz?

Bevor der Milchzucker (Laktose) im Darm resorbiert werden kann, muss er in seine Bausteine aufgespalten werden. Dies erfolgt durch das Verdauungsenzym Laktase, welches im Dünndarm produziert wird.

Wird nicht ausreichend Laktase gebildet, kann die Laktose nicht aufgespalten werden und gelangt in den Dickdarm. Dort dient sie den Darmbakterien als Nährsubstrat. Dabei werden Gase gebildet und es kommt zu vermehrten Darmbewegungen.

Die Folgen sind:

  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Reizdarmsymptomatik

Auch Symptome wie Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden (Unterzuckerung) und allgemeines Unwohlsein („Gefühl, krank zu sein“) können mit einer Laktoseintoleranz assoziiert sein.

Warum entsteht eine Laktoseintoleranz?

Ursprünglich nahmen unsere Vorfahren nach der Stillzeit keine Milch mehr zu sich und benötigten daher das Milch-Verdauungsenzym Laktase nicht mehr.

Die Produktion dieses Enzyms nahm deshalb im Verlauf des Lebens ab. Mit anderen Worten - früher hatten alle Menschen die Veranlagung zu einer Laktoseintoleranz.

Mit Einführung der Viehwirtschaft begann der Mensch als einziges Säugetier, auch im
Erwachsenenalter weiterhin Milchprodukte zu sich zu nehmen. Im Verlauf von
Jahrtausenden hat daher eine Anpassung stattgefunden. Es entstanden genetische Veränderungen des Laktase-Gens, durch die der Mensch lebenslang ausreichend
Milch-Verdauungsenzym bildet. Noch verfügt jedoch nicht jeder Mensch über eine solche, für eine lebenslange Milchverdauung wichtige genetische Variante. In Südostasien fehlt sie bei ca. 95 Prozent der Bevölkerung, in Deutschland noch bei ca. 15 Prozent.

Bei diesen Betroffenen nimmt die Produktion des Enzyms Laktase im Verlauf des Lebens stetig ab. Dies erklärt, dass Patienten im Kindesalter die Milch noch gut vertragen, dann aber nach und nach Symptome entwickeln.

Genetischer Test auf Laktoseintoleranz

In Europa ist als Anpassung an den lebenslangen Verzehr von Laktose die genetische Variante LCT-13910 C T entstanden. Mit der Durchführung des Laktoseintoleranz-Gentests können Sie abklären, ob Sie diese schützende Genvariante tragen oder ob Sie im Verlaufe des Lebens Probleme mit Milch und Milchprodukten bekommen werden.

Der Test weist auch seltenere schützende Genvarianten nach

Parallel zur europäischen Entwicklung sind auch in anderen Regionen der Welt schützende Mutationen entstanden, die eine lebenslange Laktaseproduktion sichern. Diese genetischen Varianten sind inzwischen auch in unseren Breiten präsent. Unser Labortest erfasst auch diese selteneren genetischen Varianten zweifelsfrei.

Der genetische Test klärt die Ursache und ist wichtig für die Wahl der Therapie

Die genetisch bedingte Laktoseintoleranz wird auch als primäre Form bezeichnet und kommt am häufigsten vor. In seltenen Fällen kann aber auch eine sekundäre Form bestehen, bei der nicht ausreichend Laktase-Enzym im Darm produziert wird, weil der Darm
vorübergehend geschädigt ist (z. B. durch Einnahme von Antibiotika, Entzündungen im Darm etc.). Zwischen diesen beiden Formen kann nur der Laktoseintoleranz-Gentest unterscheiden.

Dies ist von großer therapeutischer Bedeutung, da bei Patienten mit der genetisch bedingten Form der Laktoseintoleranz eine Laktose-freie Diät oder die Einnahme von Laktase als
Medikament lebenslang erfolgen muss. Bei Patienten mit sekundär bedingter Laktoseintoleranz ist die Therapie hingegen nur so lange notwendig, bis die Ursache der Darmschädigung gefunden und behandelt wurde.

Wenn Sie sich Ihrer Laktoseintoleranz bewusst sind, können Sie durch eine Umstellung Ihrer Essgewohnheiten beschwerdefrei werden.

Zu weiteren Fragen wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie gern beraten.


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